5. - 11. August 2019

Interview mit Florian Mayer

Florian Mayer Isaropen 2018

Interview mit Florian Mayer, geführt von Alessandra Trenkle.

Ich treffe Florian in seiner Wahlheimat Oberhaching. Hier lebt und trainiert er erfolgreich seit zehn Jahren. Die Nähe zur Natur und die praktische Anbindung an München haben ihn für den schönen Vorort im Münchner Süden auf Anhieb begeistert.

Florian, du hast die letzte Saison als Nummer 69 der Welt abgeschlossen, dein höchstes Ranking hattest du 2011 auf Platz 18. Wie hast du die vergangene Saison empfunden?

FM: Die letzte Saison war sehr erfolgreich! Ich konnte in Hamburg bei der ATP World Tour 500 sogar das Finale erreichen. Auch in Halle, bei den Gerry Weber Open, stand ich im Viertelfinale. Hier bin ich dann Roger Federer unterlegen. In Wimbledon und bei den US Open konnte ich eine Runde im Hauptfeld gewinnen und beim hochbesetzen Challenger in Stettin (Polen) stand ich im Finale. Den Sieg hat dann leider Richard Gasquet davongetragen, obwohl es sehr knapp war. Aber mit meinem Platz in den Top 70 der Welt zum Jahresende bin ich wirklich sehr zufrieden.

„Ich weiß inzwischen genau was mein Körper braucht, welche Turniere ich spielen soll, bei was ich mich wohlfühle.“

Roger Federer hat sich mit seinen 36 Jahren erst vor kurzem Platz Eins der Weltrangliste zurückerobert. Mit 34 gehörst du zur gleichen, fortgeschrittenen Spielergeneration und kannst dennoch eine Topleistung abrufen! Würdest du sagen, dass dein Alter Vor- oder Nachteile mit sich bringt? Spielt es bei deinem Trainingspensum eine Rolle?

FM: Absolut – positiv wie negativ. Zu den Vorteilen gehört ganz klar die gewachsene Erfahrung gegenüber jungen Spielern. Ich weiß inzwischen genau was mein Körper braucht, welche Turniere ich spielen soll, bei was ich mich wohlfühle. Ein Nachteil ist, dass im Alter die Regenerationsfähigkeit zunehmend abnimmt bzw. alles länger dauert und der Körper somit nicht mehr so viel leisten kann wie mit 25. Das zeigt sich dann auch im angepassten Trainingspensum. Ich kann nicht mehr wie damals fünf, sechs Stunden am Stück trainieren, sondern musste das deutlich reduzieren. Ich versuche nur eine intensive Einheit am Tag zu machen. Das heißt: Zwei Stunden Tennis und eine Stunde Fitness – damit komme ich gut klar.

 

„Letztes Jahr durfte ich schon in der Bundesliga für Großhesselohe spielen – das war super!“

 

Wenn im August die IsarOpen in Großhesselohe starten – was bedeutet es für dich in der Heimat zu spielen?

FM: Das bedeutet mir sehr viel, da ich dann auch mal eine Woche zu Hause schlafen kann. (lacht) Sonst bin ich ja immer in Hotels unterwegs und generell viel auf Reisen. Von daher ist es immer besonders ein Turnier vor der eigenen Haustür zu spielen. Das gibt es nicht oft. Letztes Jahr durfte ich schon in der Bundesliga für Großhesselohe spielen – das war super! Es haben mich viele Zuschauer unterstützt und ich freue mich immer riesig in der Heimat und noch dazu in meinem Verein spielen zu können.

 

„Die heiße Phase beginnt für mich immer erst Anfang April, wenn es endlich wieder auf Sand geht.“

 

Das Jahr hat gerade erst begonnen – was erwartest du dir von 2018 und wie siehst du deine Chancen in 2018 einen weiteren großen Challengertitel zu holen? Stehen die Chancen in München nicht besser als in Poznan?

FM: Das Jahr hat ja erst begonnen. Leider lief es bisher noch nicht so erfolgreich. Aber das ist für mich kein Beinbruch, denn ich habe schon die letzten Jahre gemerkt, dass die Hartcourt-Saison für mich immer schwieriger wird. Da herrschen einfach keine optimalen Rahmenbedingungen für meinen Körper und besonders für meinen Rücken. Deshalb versuche ich weniger Turniere zu spielen. Die heiße Phase beginnt für mich immer erst Anfang April, wenn es endlich wieder auf Sand geht. Ich freue mich total darauf und ab April geht es dann auch wieder aufwärts!

Turnierwoche

4. - 12. August 2018

TC Großhesselohe
Pullacher Straße 26
82049 Großhesselohe
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